Milas

Milas das Antike Mylasa bei Bodrum

Sind Sie auf dem Weg nach Bodrum, können Sie in Milas, einem Ort des Kommens und Gehens, eine Pause einlegen und diese in der antiken Epoche wichtige Stadt besichtigen. Milas ist mit seinem Stadtzentrum, seinen Ruinen aus der Antike, seinen historischen Milas-Häusern und seiner regelmäßigen Anordnung eine schöne Kreisstadt. Auch ihre Umgebung ist reich an historischen Schätzen und in der Geschichte wurden in diesem Gebiet 27 große und kleine Städte gegründet. Neben den Häusern aus dem 19. Jahrhundert ist Milas auch für seine Teppichknüpferei berühmt.

 

Stadtrundgang

Den Stadtrundgang sollte man in dem Viertel Hisarbasi beginnen, in dem sich über einem Podium im Osten des Berges Hisarbasi der Zeus Karios-Tempel befindet. Die einzigste Säule des Tempels, die ein korinthisches Kapitell hat, ist gut erhalten. Die einzigste Ruine der alten Stadtmauer, die bis heute überdauert hat, ist ein runder Torbogen, den man in der Region als „Baltali“ (Axt) -Tor kennt. Das Tor wird auf das erste Jahrhundert v.Chr. datiert. Weil auf dem Verschlußstein des Tores eine Axt von beiden Seiten abgebildet ist, ist das Tor in der Region unter dem Namen „Axt-Tor“ bekannt. Das Gümüskesen-Monument wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. gebaut und ist ein gut erhaltenes Grabmal, das man als kleineres Modell des in Bodrum stehenden Mausoleums bezeichnen könnte. Das Grabmal finden Sie in dem Stadtviertel Gümüslük an den Ausläufern des Berges Sodra. Es steht auf einem hohen Sockel und sein Dach ist stufenförmig angelegt. Ein Äquadukt mit zwei Bögen erstreckt sich in einem Tal im Osten von Milas und stammt aus der byzantinischen Zeit. Bei dem Bau des Äquadukts wurden auch zugehauene Steine aus der antiken Epoche verwendet. Im Stadtzentrum hingegen steht die Firuz Aga-Moschee, das wichtigste Werk aus der Zeit der Grafschaft der Menteseogullari. Bauwerke aus der osmanischen Epoche sind folgende: das Geschäftshaus Çöllüoglu Han, das in den Jahren 1719 – 20 erbaut wurde, ist im Stadtviertel Hisarbasi zu finden; die Ulu-Moschee ist die größte Moschee in Milas, die 1378 entstand und in dem Viertel Hocabedrettin steht; die Mauern der Belen-Moschee bestehen aus einem Gemisch von Ziegelsteinen und Stein, wobei auch Teile von Bauwerken aus der Antike verwendet wurden. Die Belen-Moschee, die auf das 14. Jahrhundert datiert wird, befindet sich auf dem Hisarbasi-Berg; die Aga-Moschee dagegen können Sie im Stadtviertel Haciapti finden und die Kursunlu (Firuzbey)-Moschee in dem Viertel Firuzpasa. Darüber hinaus führen zwei Brücken aus der osmanischen Zeit über den Fluss Balovça, der durch das Stadtzentrum von Milas fließt. Eine weitere historische Brücke über den Fluss Sariçay an der Straße nach Izmir ist hingegen am Verfallen. In dem Ort Selimiye stehen aus der osmanischen Zeit die Abdülfettah-Moschee, ein Geschäftshaus (Han) und ein Hamam.

 

Essen und Trinken

Der Pflanzenreichtum der ägäischen Region findet auch in der regionalen Küche von Milas seinen Widerhall. Der Schwerpunkt liegt auf Gerichten mit Olivenöl.
Gemüsegerichte: Çiçek kizartma, Börülce çullama, Börüle sallama, Ebegümeci kavurmasi, Kenker, Karnabahar tatari, Patlican eksemesi, Yogurtlama, Hardal salatasi, Tilkisen kavurmasi, Palandiz salatasi, Bakla yapragi salatasi, Kuru biber salatasi, Sogan depmesi, Acur salatasi, Semizotu salatasi.
Teigwaren: Çaykama böregi, Tepsi böregi, Vekilharç, Bulgur böregi, Piriçleme dökmesi, Katmerli böregi.
Fleisch-, Huhn- und Fischgerichte: Kanli kavurma, Mumbar dolmasi, Et kavurmasi, Etli pirasa, Kabak çiçegi dolmasi, Eksili köfte und Keskek.
Süßspeisen: Zerde

 

Wo kann man Essen gehen

Im Landkreis Milas, sowohl im Zentrum der Stadt wie in den einzelnen Ortschaften, findet man Lokale, die regionale Gerichte anbieten. In dem Restaurant Beypinar, 17 km nach Milas an der Landstraße Richtung Mugla gelegen, können Sie zwischen Pinien und Pappeln Kanli kavurma, das mit Huhn zubereitet wird, und Forellen essen, die in Quellwasser gezüchtet wurden. Auch Frühstück wird dort angeboten, das mit dem Brot aus der Gegend gereicht wird. In der Umgebung des Bafa-Sees und vor allem in dem Dorf Kapikiri gibt es besonderen Fisch, darunter Aal und Barsche. In dem Restaurant Kaptan in Çökertme, 9 km von Ören entfernt, besteht das Menü aus Fisch, der im Holzofen geschmort und Orduevi-Salat serviert wird. In dem Dorf Bogaziçi an der Landstraße Milas-Bodrum, 29 km von Milas entfernt, zählen zu den regionalen Besonderheiten in Butter geröstete oder geschmorte Krabben und ein Abendessen, zu dem saure, scharfe grüne Oliven gereicht werden.

 

Märkte

Der Markt, der jeden Dienstag in Milas abgehalten wird und der sich vom Zentrum der Stadt bis in die Außenviertel ausdehnt, wirkt wie eine farbenreiche Kirmes, die wie ein Netz die Stadt umschließt. Sowohl in- wie ausländische Touristen strömen zu diesem Markt, auf dem Frauen in traditioneller Kleidung die Früchte ihrer Gärten und Menschen aus der Gegend ihren selbstgemachten Joghurt anbieten. Weiterhin findet man dort jede Sorte von Oliven aus eigener Herstellung, frisch gepflückte Früchte und Gemüse, nach Pinien duftenden Honig und feingearbeitete Gewebe der Region.

 

Kunsthandwerk

Hand- und Näharbeiten: Dazu zählen Decken, wie sie junge Mädchen für ihre Aussteuer herstellen, Kreuzstich- und Nadelarbeiten, verschiedene Arten von Spitzen, Teppiche und Gewebe. In dem Dorf Kizilagaç-Çomakdag bei Milas werden aus reiner Seide Handarbeiten hergestellt, die man „Yanis“ nennt. Aus diesen Handarbeiten mit ihren leuchtenden und bunten Farben werden Beutel und andere Artikel angefertigt.
Schnitzereien: Es gibt schöne Beispiele für die historischen Schnitzereien aus Milas. Traditionelle Motive auf Türen und Schränken, an Zimmerdecken und Vordächern haben sich bis heute erhalten. Teppichknüpferei: Milas ist eines der ältesten Siedlungsgebiete der turkmenischen Stämme. Diese Eigenheit hat sich in den Bräuchen, Sitten und in der Art der Kleidung erhalten. So werden in der Gegend von Milas auch Teppiche hergestellt, die durch charakteristische, für die Region typische Besonderheiten ausgezeichnet sind. Es ist unumstritten, dass die Tradition der Teppichknüpferei im 16. Jahrhundert mit der Herstellung von Gebetsteppichen begann. Teppiche aus dem 18. und 19. Jahrhundert werden entsprechend ihres Muster und ihrer Farbe einem klassischen (traditionellen) Stil und einem Barockstil zugeordnet. Die Milas-Gebetsteppiche sind von klassischem Stil. Sie sind gleichseitig und haben eine viereckige Form. In der Mitte des Gebetsteppich sieht man eine Minarettspitze, an den Rändern stilisierte Blumenmotive. Man findet auch Motive, die keine Konturen haben. Der Teppich „Ada Milas“ ist eines der älteren Beispiele für derartige Gebetsteppiche. Die Randverzierungen reihen sich nebeneinander auf und im Allgemeinen wiederholen sich die Motive. Teppiche im Barockstil wurden dagegen in der osmanischen Epoche unter Sultan Abdulmecit hergestellt, das heisst in Epochen, in denen Architektur und Kunst stark dem europäischen Einfluss ausgesetzt waren. Die Fläche für die Randverzierungen solcher Teppiche wurde nicht mit geraden Linien, sonder mit Zickzack-Linien abgetrennt und für die Randverzierung verwendete man Blumenmotive. Ihren Namen haben sie wegen des stilisierten Nelkenstrausses erhalten, der über einem Zweig liegt.In Milas gibt es noch eine weitere Teppichart, die man „Maldalyonlu“ nennt. Diese Teppiche werden als Viereck, Rechteck oder als Sechseck in verschiedenen Formen hergestellt. Die „Karacahisar“-Teppiche aus dem Dorf Karacahisar gehören zu dieser Gruppe.
Für die Milas-Teppiche wurde nach dem 18. und 19. Jahrhundert ausschließlich Wolle verwendet, die man mit Naturfarben färbte. Diese Teppiche, die man „Milas-Teppiche“ nennt, werden noch heute in Karacahisar, Ören, Dörttepe, Gereme, Bozalan, Ikizköy, Pinarköy, Mezgit, Gürcegiz, Akçakaya und anderen Dörfern geknüpft.
Autoreparaturen: Ist an Ihrem Auto etwas kaputt, ist Milas der beste Ort der Region, wo Sie einen Schaden beheben lassen können. Selbst an Sonntagen werden sie einen Automechaniker finden. Auch jegliche Ersatzteile können beschafft werden.

 

Ausflüge in die Umgebung

Ausflug zu den Dörfern, in denen Kunsthandwerk und Teppiche hergestellt werden: Wollen Sie zuschauen, wie die Teppiche in den Dörfern Bozalan und Karacahisar, die den gleichen Namen wie die Ortschaften tragen, geknüpft werden, können Sie diese Orte besuchen. Haben Sie die Absicht, einen Teppich zu kaufen, finden Sie dort handgeknüpfte Teppiche zu günstigen Preisen.

 

Kulturelle Ausflüge

Der Kreis Milas ist neben den oben beschriebenen Handwerken auch reich an Landschaften und Geschichte. Als Tagesausflug können Sie Milas, die antiken Städte Labranda, Euromos (Ayakli), Harakleia (Kapikiri), Iasos (Kiyikislacik), die Festung Beçin und die antike Stadt Keramos (Ören) besichtigen.
Ausflug mit Früstück und Wandern in der Natur: An dem Bafa-See und in seiner Umgebung kann man schöne Wanderungen machen. Auch gibt es Reiseagenturen, die dort Wanderungen organisieren. Die antike Stadt Harakleia wird dafür sorgen, dass sich Ihre Wanderung bis in die Geschichte erstreckt.
Ausflug zu den traditionellen Çomakdagi-Häusern und Hochzeitsfeste nach regionalem Brauch: Die Dörfer Ikiztas, Kizilagaç und Ketendere auf dem Berg Çomakdagi werden als „Çomakdagi-Dörfer“ bezeichnet. Es lohnt sich, die Steinhäuser und die einheimische Bevölkerung in ihrer traditionellen Kleidung zu sehen. Die Häuser mit ihren Holzschnitzereien sind noch bewohnt. Die farbigen Schnitzereien an den Türen, Decken und Schränken sind von künstlerischem Wert. Wegen den für die Region typischen Hochzeiten besuchen vor allem in den Sommermonaten ausländische Touristen an den Tagen die Dörfer, an denen Hochzeitsfeste stattfinden.

 

Fallschirmspringen in Ören

In allen 12 Monaten des Jahres ist es möglich, von dem 640 m hohen Gipfel des Berges Kocadag aus mit dem Fallschirm nach unten zu segeln. Der Ausgangspunkt ist mit einem Fahrzeug in 20 Minuten zu erreichen. Weil die Turbulenzen der heißen Luft einseitig und stark sind, wird das Unfallrisiko auf ein Minimum gesenkt und gleichzeitig gewährleistet, dass man nach dem Absprung mit dem Fallschirm noch 1 000 m in die Lüfte steigt. Darüber hinaus ist es aufgrund dieser Besonderheit möglich, wieder zu dem Punkt, von dem aus man gesprungen ist, zurückzukommen. Diese Möglichkeit ist auf anderen Bergen der Welt, von denen man Fallschirmspringen kann, nicht gegeben. Weil die Turbulenzen der heißen Luft an den Abhängen des Berges Kocadag von Stetigkeit sind, können Sie 7 oder 8 Stunden lang in der Luft bleiben. Fachleute der Ege-Universität werden Ihnen die Möglichkeit zum Fallschirmsprigen einräumen, denn derzeit gibt es noch keine Fallschirmtruppe, die sich ständig in Ören aufhält. Deshalb ist es notwendig, möchte man diesen Sport betreiben, über das Bürgermeisteramt in Ören die verantwortlichen Personen zu erreichen. Besteht Nachfrage, kommt eine Fallschirmtruppe aus Izmir angereist. Auch Arbeiten an der Absprungstelle dauern an.

 

Trekking Routen

Für Trekking geeignete Routen findet man in Ören und am Ufer des Bafa-Sees. Das Gebiet von dem Berg Alatepe bei Ören, wo man auch Fallschirm springen kann, bis nach Ören Yalisi ist ein Wandergebiet, das seit der Antike benutzt wird. Die Strecke ist zwar mit roter Farbe gekennzeichnet, es handelt sich jedoch nicht um eine offizielle Route. Von dem Ufer des Bafa-Sees kann man Wanderungen in Richtung des Berges machen, auf dem Kloster stehen. Zum Übernachten können Zelte aufgestellt werden. Aber auch bei dieser Strecke handelt es sich nicht um eine offizielle Route, weshalb die Reiseagenturen nur bei Nachfrage aktiv werden.

 

Festivals

Jedes Jahr in der ersten Septemberwoche wird das traditionelle Milas-Festival durchgeführt.

 

Picknick Plätze

Zum Picknick machen kann man jederzeit den Picknick-Platz Beypinari aufsuchen, wo sich auch Restaurants befinden, die Forelle anbieten.

 

Volkstänze Folklore

Die für die Region typischen Zeybek-Tänze werden auch im Kreis Milas getanzt. Einige dieser Tänze sind Kerimoglu, Çökertme, Keklik, Mugla Zeybegi und Çavur Asarin Yollari.